Richtlinien: Ein Hund, der aufsteht, sich hinlegt oder weiter als seine eigene Körperlänge kriecht, erhält die Benotung 0. Eine Bewegung sollte die Punktzahl deutlich verringern. Wenn der Hund ein- bis zweimal bellt, werden 1-2 Punkte abgezogen; bellt er fortwährend, ist die Übung ungültig (0 Punkte). Hält der Hund nicht still, z.B. wenn er sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagert, werden 1-2 Punkte abgezogen. Der Hund darf den Kopf drehen, wenn eine Ablenkung oder ein Geräusch außerhalb des Ringes auftritt. Legt der Hund sich nach der 2-minütigen Frist hin oder steht er auf, wenn der Hundeführer zurückkommt, kann ihm eine Höchstpunktzahl von 5 Punkten zuerkannt werden.
4 Minuten Hinlegen in der Gruppe mit Zerstreuungen Die Hunde liegen in der Reihe im Abstand von ungefähr 3 Metern voneinander. Die Hundeführer ziehen sich auf eine Stelle außerhalb der Sicht der Hunde zurück. Die Hunde sollen 4 Minuten lang liegen bleiben, während sie Ablenkungen ausgesetzt sind, z.B. indem eine Person in Schlangenlinien zwischen ihnen hindurchgeht. Nach Ablauf der 4 Minuten, wenn die Hundeführer gebeten werden sich zu ihren Hunden zu begeben, halten die Hundeführer ungefähr 3 m hinter den Hunden an. Sie erhalten die Anweisung die Hunde bei Fuß zu rufen. Richtlinien: Es sollten sich wenigstens 3 Hunde in der Gruppe befinden. Ein Hund, der sich erhebt, sich setzt, während die Hundeführer außer Sicht sind, oder über eine Strecke kriecht, die länger ist als sein eigener Körper, hat die Übung nicht bestanden (0 Punkte). Bellen und Bewegen werden wie in Übung 1 benotet. Setzt sich der Hund nach der 4-minütigen Frist, wenn der Hundeführer zurückkommt, kann ihm eine Höchstpunktzahl von 5 Punkten zuerkannt werden. Erhebt sich ein Hund oder nähert sich dem nächsten Hund, sodass ein Streit zu befürchten ist, wird die Übung abgebrochen und mit allen Hunden mit Ausnahme des Hundes, der die Störung verursachte, wieder aufgenommen.
Frei bei Fuß Die Arbeit bei Fuß wird unter wechselnden Gangarten in Verbindung mit Richtungsanweisungen, Drehungen und Kehrtwendungen geprüft. Der nicht angeleinte Hund sollte von selbst seinem Führer folgen, indem er sich links vom Hundeführer hält, mit dem Kopf oder der Schulter auf Kniehöhe des Hundeführers. Wenn der Hundeführer stehen bleibt, muss der Hund sofort, ohne Kommando, die Stellung bei Fuß einnehmen. Der Führer sollte während dieser Übung die Arme in natürlicher Weise bewegen. Das Gangschema muss wenigstens zwei Stopps bei normaler und langsamer Gangart enthalten, zwei Kehrtwendungen bei normaler Gangart, eine Kehrtwendung bei langsamer Gangart und im Laufschritt zwei Drehungen nach links und zwei Drehungen nach rechts bei jeder Gangart sowie zwei/drei Schritte aus dem Stand in unterschiedliche Richtungen. Richtlinien: Wenn ein Hund während des Großteils der Übung seinen Führer verlässt oder dem Führer in einer Entfernung von mehr als einem halben Meter folgt, ist die Übung ungültig. Wenn sich der Hund langsam bewegt, sollten nur 6-7 Punkte zuerkannt werden. Kontaktverlust und zusätzliche Kommandos sind Fehler. Schlechtes Einhalten der Stellung bei Fuß sollte die Punktzahl auf ungefähr 2 verringern. Macht der Hundeführer eine Kehrtwendung nach links, darf der Hund rechts jedoch sehr eng, um den Hundeführer herumgehen.
Stehen, Sitzen und Liegen aus dem Schritt Die Übung wird aus dem Schritt ausgeführt, und zwar in einem Quadrat von 10x10 Metern mit dem Hund an der Innenseite (Drehung nach links). Der Hund sollte auf Kommando rasch in stehender, sitzender oder liegender Stellung anhalten. Richtlinien: Wenn der Hund in einer falschen Stellung anhält (z.B. "Sitz" statt "Platz") können höchstens 7 Punkte zuerkannt werden. Um Punkte von einer gegebenen Stellung zu erzielen, muss der Hund auf das Kommando hören, bevor der Hundeführer die nächste Ecke des Quadrats passiert hat, und mind. zwei Stellungen müssen eingenommen werden. Bei der Benotung sollte auch auf die Arbeit "bei Fuß" geachtet werden. Langsames Bewegen und schlechte Arbeit "bei Fuß" sind Fehler. Der Hundeführer sollte den Ecken des Rechtecks folgen und nicht im Kreis gehen.
Heranrufen mit Stehen und Hinlegen Der Hund wird in die Stellung "Platz" gebracht und der Hundeführer entfernt sich auf ungefähr 25 m in die angegebene Richtung. Auf Anweisung ruft der Hundeführer den Hund erneut zu sich und wenn dieser ungefähr ein Drittel der Entfernung zurückgelegt hat, erhält er das Kommando "Halt". Auf Anweisung ruft der Hundeführer den Hund erneut zu sich und wenn dieser ungefähr zwei Drittel der Entfernung zurückgelegt hat, erhält er das Kommando zum Hinlegen. Auf Anweisung ruft der Hundeführer anschließend seinen Hund in Stellung "bei Fuß". Richtlinien: Es ist wichtig, dass der Hund die Kommandos zum Heranrufen willig befolgt. Bei mehr als drei Kommandos zum Heranrufen beträgt die Höchstpunktzahl 6. Wenn die Kommandos "Halt" oder "Platz" gegeben wurden, sollte sich der Hund nicht weiter als das Dreifache seiner Körperlänge vorwärts bewegen. Langsames Bewegen ist ein Fehler. Der Hund sollte sich in schneller Gangart, wenigstens im Lauf, bewegen. Lässt der Hund eine Stellung aus, sollten nicht mehr als 7 Punkte vergeben werden. Wenn weder "Halt" noch "Platz" ausgeführt wurden, bzw. wenn ein gegensätzliches Kommando ausgeführt wird, muss eine 0 erteilt werden.
Wegschicken mit Richtungsanweisung "Platz" und Heranrufen Der Hund wird zu einem Kegel in eine Entfernung von ungefähr 10 m von Ausgangspunkt geschickt. In Nähe des Kegels wird dem Hund das Kommando "Halt" gegeben und er sollte diese Stellung im Umkreis von 2 m Radius vom Kegel einnehmen. Nach ungefähr 3 Sek. erhält der Führer die Anweisung, seinen Hund zu einem etwa 25 m vom Ausgangspunkt entfernten Bereich von 3 x 3 m zu dirigieren, dessen Ecken jeweils mit einem solchen Kegel markiert sind. Sobald der Hund das Quadrat erreicht hat, erhält er das Kommando "Platz". Auf Anweisung begibt sich der Führer zum Hund. In einer Entfernung von ungefähr 2 m von Hund wird dem Hundeführer die Anweisung zur Kehrtwendung gegeben. Nach ungefähr 10 m erneute Kehrtwendung und Rückkehr zum Ausgangspunkt. Nach ungefähr 10 m erhält er wiederum die Anweisung, im Weitergehen den Hund zu sich her zu rufen. Richtlinien: Um 10 Punkte zu erreichen, darf der Hundeführer während der Übung nicht mehr als 6 Kommandos verwenden. Danach gilt der Grundsatz, dass für jedes zusätzliche vom Hund befolgte Kommando 1 Punkt und für jedes nicht befolgte Kommando 2 Punkte abgezogen werden. Wenn sich der Hundeführer beim Erteilen der Kommandos vorwärts bewegt, ist die Übung ungültig (0 Punkte). Bewegt sich der Hundeführer übermäßig (Körpersprache), sollten nicht mehr als 8 Punkte vergeben werden. Wenn sich der Hund außerhalb des Umkreises von 2 m Radius um den Kegel oder außerhalb des Quadrats hinlegt, ist die Übung ungültig. Für eine Punktvergabe muss sich der ganze Hundekörper innerhalb des Quadrats befinden. Jedoch sollte man einen Hund, von dem ein sehr kleiner Teil seines Körpers (z.B. 1 cm der Nase oder des Schwanzes) sich außerhalb des Quadrats befinden, nicht strafen. Der Hund darf die liegende Stellung nicht vor dem Heranrufen aufgeben. Bewegt sich der Hund äußerst langsam, sollten nur um die 6 Punkte vergeben werden. Der Winkel zwischen dem ersten Kegel und dem Viereck sollte 90 Grad betragen.
Apportieren mit Richtungsanweisungen Drei Holzhanteln werden derart in einer Reihe platziert, dass sie leicht sichtbar mit ungefähr 5 m Abstand dazwischen abgelegt sind. Der Führer und der Hund befinden sich ungefähr 20 m von der mittleren Hantel entfernt. Der Hund wird zu einem Kegel in ungefähr 10 m Abstand vom Ausgangspunkt geschickt. Dem Hund wird beim Kegel das Kommando "Halt" gegeben, und er sollte nicht mehr als 2 m davon entfernt stehen bleiben.Nach ungefähr 3 Sek. erhält der Hundeführer die Anweisung, den Hund zur ausgelosten Hantel (links bzw. rechts) zu dirigieren, die er apportieren und korrekt übergeben muss. Richtlinien: Der Steward plaziert die drei Hanteln, nachdem durch Los entschieden wurde, welche apportiert werden muss. Die ausgeloste Hantel - links oder rechts - wird immer als Erste platziert. Während dieses Vorgangs halten sich der Führer und sein Hund gegenüber der mittleren Hantel auf. Anmerkung: Die mittlere Hantel darf NIEMALS ausgelost werden! Wenn der Hund losläuft, bevor das Kommando gegeben wurde, erhält er höchstens 7 Punkte. Für eine Punktvergabe bei dieser Übung muss sich der Hund beim Kegel mit dem ganzen Körper innerhalb des Umkreises mit einem Radius von 2 m befinden. Einen Hund, der sich beim Kegel hinsetzt oder hinlegt, sollten höchstens 8 Punkte zuerkannt werden. Zum Erreichen von 10 Punkten ist ein zusätzliches Kommando zur Richtungsweisung des Hundes statthaft. Das bereitwillige Befolgen der Richtungsanweisungen sollten besonders berücksichtigt werden. Nimmt der Hund eine falsche Hantel auf, ist die Übung ungültig (0 Punkte). Kauen verringert die Punktzahl auf 7 Punkte, langanhaltendes Kauen kann dazu führen, dass die Übung ungültig ist. Lässt der Hund die Hantel fallen, statt sie dem Hundeführer in die Hand zu übergeben, sollten nicht mehr als 7 Punkte vergeben werden. Die Hantelgröße sollte der Größe des Hundes entsprechen.
Apportieren eines Gegenstandes aus Metall mit Sprung über eine Hürde Der Führer stellt sich mit dem Hund bei Fuß in einem Abstand von ungefähr 3 m gegenüber der Hürde auf. Der Führer wirft eine Hantel aus Metall über die Hürde. Auf Anweisung befiehlt der Hundeführer dem Hund, über die Hürde zu springen und die Hantel zu apportieren. Richtlinien: Das Kommando zum Apportieren sollte erst gegeben werden, wenn der Hund sprungbereit ist. Die Hürde sollte 1 m breit und vollflächig sein. Sie sollte die Schulterhöhe des Hundes, aufgerundet auf die nächsten 10 cm, nicht überschreiten und höchstens 1 m hoch sein. Wenn der Hund beim Wurf der Hantel, noch vor ihrem Auftreffen, losläuft, erhält er 0 Punkte. Wenn der Hund beim Sprung auch nur leicht die Hürde berührt, sollten nicht mehr als 8 Punkte vergeben werden.
Geruchsinn und Apportieren Vor Beginn der Übung 3 bzw. wenn der Wettbewerb unterteilt ist, bei Beginn des zweiten Teils erhält jeder HF einen Gegenstand aus Holz zum Apportieren (8-10 cm x 2 cm), der mit der Startnummer des jeweiligen Teams gekennzeichnet ist. Bei Beginn der Übung wird der Gegenstand dem Steward übergeben. Der HF wird gebeten sich umzudrehen und der Steward legt dann den Gegenstand des HF - ohne ihn zu berühren - mit 5 gleichartigen neutralen Gegenständen kreisförmig in den Positionen 11, 12 oder 1 Uhr in einer Reihe ungefähr 10 m vom HF entfernt aus. Der Abstand der Hölzer zueinander beträgt ca. 25 cm. Auf Anweisung gibt der HF dem Hund das Kommando zum Apportieren (des Gegenstandes des HF). Der Hund soll den Gegenstand des HF finden und ihm denselben bringen. Anmerkung: Der Hund darf den Holzgegenstand weder berühren noch daran schnuppern, bevor dieser dem Steward übergeben wird. Sollte dies doch vorkommen, ist die Übung ungültig. Besonders zu beachten ist die Arbeitswilligkeit des Hundes und seine Schnelligkeit. Wenn der Hund vor Erteilen des Kommandos losläuft, an dem Gegenstand kaut oder ihn fallen lässt, bevor er dazu aufgefordert wurde, sollten höchstens 7 Punkte vergeben werden. Nimmt der Hund einen falschen Gegenstand auf, ist die Übung ungültig. Pro Team sollten 6 neue Gegenstände vorhanden sein. Dem Hund stehen für diese Übung nicht mehr als 1 Minute zur Verfügung.
Kontrolle auf Distanz Der Hund befindet sich in liegender Stellung auf dem bezeichneten Platz. Auf Anweisung verlässt der Hundeführer den Hund zu einer angegebenen ungefähr 15 m vom Hund entfernten Stelle. Der Steward gibt dem HF per Handzeichen an, in welcher Reihenfolge der Hund die Stellung wechseln soll. Der Hund sollte sechsmal die Stellung wechseln. Letzte Stellung sollte "Platz" sein. Anmerkung: Vor dem Hund wird mit Hilfe einer imaginären Linie zwischen zwei Pfählen eine Grenze gezogen. Dabei sollte besonders die Geschwindigkeit beachtet werden, mit welcher der Hund die Stellung wechselt und in welchem Maß er sich bewegt. Für eine Punktvergabe sollte der Hund sich vom Ausgangspunkt nicht weiter bewegen als einmal seine Körperlänge jeweils in einer Richtung. Wenn der Hund eine Stellung von 6 auslässt, sollten nicht mehr als 7 Punkte vergeben werden. Der Hund muss wenigstens fünfmal die Stellung wechseln, um Punkte zu erhalten Der Abstand zwischen den Kommandos sollte ca. 3 Sekunden betragen. Die Kommandos des HF gesprochen und/oder durch Sichtzeichen, sollten nicht übertrieben sein. Setzt sich der Hund vor Rückkehr des HF auf, sollten nicht mehr als 8 Punkte vergeben werden.
| Übung |
Beschrieb für Klasse OBEDIENCE 3/FCI-Klasse |
Koeffizient
|
Maximale Punktzahl
|
|
1
|
2 Minuten sitzen ohne Sichtkontakt |
3
|
30
|
|
2
|
4 Minuten liegen ohne Sichtkontakt |
2
|
20
|
|
3
|
Freifolge |
3
|
30
|
|
4
|
Stehen, Sitz, Platz aus der Bewegung |
3
|
30
|
|
5
|
Abrufen mit Stehen und Platz |
4
|
40
|
|
6
|
Voraussenden in ein Viereck |
4
|
40
|
|
7
|
Bringen auf Anweisung |
3
|
30
|
|
8
|
Metallapport über die Hürde |
3
|
30
|
|
9
|
Geruchsunterscheidung aus 6 Gegenständen |
3
|
30
|
|
10
|
Kontrolle auf Distanz |
4
|
40
|
|
Koeffizient:/Maximum: |
32
|
320
|
|